Als unsere Tochter Blanca letztes Jahr im September 2018 auf die Welt kam, machte ich mir keine Vorstellung davon, wie es sein würde mit Baby zu arbeiten. Ob ich überhaupt noch arbeiten wollen würde (also von müssen mal ganz abgesehen) oder ob es möglich ist. Die Realität sah dann so aus: Ich bin Einzelunternehmerin, mit einem Kreis Kunden, die regelmäßig von mir mit Texten, Blogs & Ideen versorgt werden. Einfach mal 1 Jahr lang verschwinden war da irgendwie nicht drin. Also arbeite ich wieder seit Blanca 14 Tage alt ist. Geht das denn?

Ja. Nein. Manchmal. Manchmal nicht. Das wären jetzt die korrekten Antworten für alle Fälle. Du kannst dir nix drunter vorstellen? Total verständlich! Deswegen hab ich mal einen Tagesablauf dokumentiert. Und ich muss zugeben: Das war ein stressiger Tag! Es gibt bessere und inzwischen hab ich viel dazugelernt. Ich weiß jetzt, wie ich mich besser organisiere, welche Tools hilfreich sind und wo ich „Nein“ sagen muss.

Der Artikel mit der Auflösung des Ganzen kommt separat, denn heute habe ich mal wieder keine Zeit dafür 😉

Was ist eine digitale Momadin?

Na, du kennst bestimmt den Begriff der digitalen Nomaden, die mit Laptop und Online-Business von Bali nach Sri Lanka oder Timbuktu reisen und wo immer sie sein wollen, arbeiten können. Lächelnd sitzen sie am Strand und arbeiten im Zustand der absoluten Happiness (gut, die Realität sieht auch anders aus, weiß ich inzwischen). Ich bin sowas ähnliches. Laptop ist immer mit dabei, ebenso wie Baby, Tragetuch, Lätzchen, Fläschchen und Windeln. Statt von Strand zu Strand reise ich zwischen meinem coworking in Dornbirn, unserer Wohnung hier im Vorarlberger Oberland und meinem „betreuten Büro“ bei meiner Mama hin und her – immer auf der Suche nach 10 Minuten Zeit zum Arbeiten. Oder 20 wenn’s gut läuft … Deswegen „M“ für Mom statt „N“ für Nomade.

Und damit du eine Vorstellung davon bekommst, wie es aussieht mit Baby zu arbeiten, habe ich einen Tagesablauf dokumentiert. Interessanterweise schreibt nämlich niemand was über diese Phase des Arbeits-Lebens. Die ganzen Geschäftsmamas und Businessmütter haben meist schon Kindergarten-Kinder, wenn sie sich dazu entschließen, andere Mütter zu coachen. Es scheint zumindest so. Hier kommen 15 Stunden ungeschminkte Wahrheit für dich und dein Baby:

Tagesablauf als selbständige Mama mit 8 Monate altem Baby

5.00 Uhr wach im Bett – ich könnte noch ca. 1 Stunde schlafen, bis Blanca wach wird – aber ich denke darüber nach, was alles heute zu tun ist, was ich nicht vergessen darf, wie ich das schaffe, ob ich das schaffe, mein Hirn rennt …

5.50 Uhr Blanca wacht auf, ich checke schnell e-Mails und whatsApp

6.00 Uhr – 7.00 Uhr Windeln, Fläschchen, Express-Aufräumen der Wohnung: Geschirrspüler, Tisch abräumen, Betten machen, Zeug verräumen, Wäsche zusammenlegen, Blanca nochmal wickeln, auf der Toilette checke ich schnell Facebook (nicht dass es wichtig wäre) …

7.05 Uhr ich checke meine To-Do-Liste, versuche das Einfachste/ Schnellste sofort zu erledigen, was ich innerhalb weniger Minuten erledigen kann -> e-Mail an die Krankenversicherung und den Steuerberater

7.27 Blanca wird wieder müde, Fläschchen, ab in die Trage und gemeinsam auf den Pezziball zum Einschlafen – währenddessen denke ich über die nächsten Absätze in meinem größeren Kunden-Text-Projekt nach, das ich endlich fertigstellen sollte

7.47 Blanca schläft! e-Mails checken (juhu, jemand hat ein T-Shirt in meinem Turtlerunner-Shop bestellt) und nochmal zurück zu Todoist: voraussichtlich hab ich jetzt 40 Minuten Zeit – was kann ich schnell erledigen? und außerdem muss ich noch schnell eintrage, was gestern Abend per whatsApp von einem Kunden kam – kommt gleich auf die Liste und muss auch heute noch abgearbeitet werden (Social Media für einen Kunden, ich soll ein Gewinnspiel posten + Text dazu schreiben und Bilder etc.)

7.54 whatsApp Nachricht von Kollegin wg. unserem Treffen am Mittwoch beantworten / anschließend 2 Mini-Texte einer Kundin korrigiert und bearbeitet, plus längere -Mail dazu, um das Projekt endlich zum Abschluss zu bringen – 1 Punkt weniger auf der To-Do-Liste

8.20 whatsApp checken und beantworten – privat & beruflich/ Facebook checken – Entscheidung zwischen Frühstück machen oder kurz hinlegen und auch nochmal Augen zumachen. Das Bett gewinnt. Aber erst nochmal TODOIST checken, um zu sehen, was ich als nächstes machen kann.

8.26 Uhr habs mir anders überlegt und noch schnell per whatsapp Fotos für einen Blogartikel angefordert, den ich für einen Kunden schon geschrieben habe und eigentlich heute posten soll – aber das Foto fehlt, deswegen die Fotografin angetextet

8.38 Blanca wacht auf. Ich checke nochmal die Mails, die ich grad bekommen habe. Die Text-Kundin will meine Meinung zu Printwerbung. Ich lese alles durch. Whatsappe dann mit Kollegin um ihre Meinung zu bekommen (ist eine gemeinsame Kundin). Blanca kommt jetzt dran.

9.23 Uhr ich habe der Kundin eine Sprachnachricht mit meinem Feedback gesendet, nebenbei geschäftlich gewhatsapped und Blanca gefüttert. Gefrühstückt habe ich auch irgendwie dazwischen. Jetzt ab ins Bad, Blanca waschen und anziehen und dann der Versuch eines Spaziergangs. Vorher noch schnell der Anruf bei der Babysitterin lt. To-Do-Liste. Und jetzt, ab ins Bad.

10.56 Uhr We’re back. E-Mails checken. Zum Glück nix los da. Jetzt kochen und parallel Kind versorgen. Wir haben beide Hunger, ich koche Kartoffeln. Für meinen ersten Hunger halten die Sushi -Reste von gestern her. In der Zwischenzeit kotzt Blanca auf ihre neue Hose und den Boden. Ich geh dann mal putzen und umziehen. Die Kartoffeln kochen zum Glück von selbst. Ich versuche, einen Podcast anzuhören.

11.25 Uhr kleine Planänderung: Blanca ist müde. Essen wird verschoben. Stattdessen wickeln, Trage und wieder ab auf den Pezziball.

11.32 Uhr Blanca will nun doch nicht schlafen – oder noch nicht. Also Planänderung 2: Wir gehen wieder in die Küche und ich versuche, meine Tätigkeitsbereich in den PC zu tippen, damit ich entscheiden kann, was ich künftig noch machen will davon und was aussortiert wird. Blanca ist in der Trage mit dabei. Not amused.

11.47 Blanca wollte nun doch schlafen, die letzten 15 Minuten waren wir also dann doch auf dem Pezziball. Die Kartoffeln sind fertig. Ich muss duschen. Also: erst duschen, dann essen, dann weiter die Tätigkeitsbereiche aufschreiben. So der Plan. Ach so, ja: Schnell e-Mails lesen. Kundin hat geantwortet.

12.25 Ich bin geduscht, habe was gegessen, e-Mails gelesen, gewhatsapped … eigentlich bin ich ständig auf dem Sprung von einer Aufgabe zur nächsten. Ich beantworte die Mail der Kundin, habe nebenbei noch ein paar Ideen im Kopf und jetzt …

12.30 Blanca weint. Mittagsschlaf beendet. Mittagspause (die keine war) in dem Fall auch. Hurra. Wickeln, spielen, essen. Zwischendrin Kunden-Whatsapp (andere Kundin) lesen, die Feedback braucht. E-Mail von anderer Kundin kommt gerade. Alles Dinge, die ich auch noch irgendwie beantworten und vor allem bearbeiten sollte. Ahhhh!!!!

14.56 Uhr Sie schläft wieder. Zwischendrin spielen, tragen, bisschen aufräumen, Wäsche abnehmen, füttern, e-Mails an Kundin versenden mit Infos bzw. einer Datei (ich stelle fest, ich mache unentgeltliche Marketing-Beratungen!), zwischendurch FB checken (wobei ich nicht weiß, was ich eigentlich checke, eben gerade ein Posting gelesen und geliked), ständig denke ich, ich sollte auch was posten. Blanca wurde müde, wollte nicht ins Schlafzimmer, also ab in die Trage, Pezziball ins Wohnzimmer und sorry, ich musste mir eine Folge „Gilmore Girls“ reinziehen mit Blanca zusammen – ich hatte ein Tief und war nicht in der Lage jetzt noch den Schlaf-Clown für sie zu machen. Jetzt mache ich schnell den Blogartikel der Kundin fertig, denn es eilt, der neue Nach-Muttertags-Post muss rein, damit sie up to date wirken. Dann nochmal Todoist checken, was jetzt an der Reihe ist bzw. was ich umsortieren muss, denn es ist ja schon wieder was Neues reingekommen (die bezahlte Marketing-Beratung – die mach ich nämlich auch!) und alles ist natürlich immer eilig. Ich muss mehr Wasser trinken. Und Pause machen wär auch cool. Aber vermutlich ist sie bis dann schon wieder wach.

15.20 Uhr … zack, wieder wach! Immerhin hab ich die wichtigsten Kunden-Sachen erledigt.

16.32 Uhr e-Mails checken, neue Aufgaben von der Kundin X. In To-Do-Liste eintragen. Rückfragen gleich in eine neue Mail packen und versenden.

19.22 Uhr Blanca ist im Bett, wir waren inzwischen einkaufen, nochmal spazieren und jetzt ist Ruhe & Abendessen bzw. ich hab schon wieder 1 Sache von der To-Do-Liste gemacht, was schnell ging. Jetzt liegt halt noch der große, kreative Brocken vor mir. Das Text-Projekt. Mal sehen, wie weit ich heute damit komme.

20.56 Uhr Ich habe über 1 Stunde geschrieben, fertig ist es nicht, aber es wird gut. Und jetzt ist Feierabend nach 15 Stunden.

Und jetzt?

Inzwischen ist Blanca 10 Monate alt und ich arbeite noch immer. Wir werden immer besser! Musstest du lachen beim Lesen? Ich gebe zu, ich habe selbst gelacht. Irgendwie liest es sich sehr irrwitzig, ist aber die volle Realität. Und mein voller Ernst. Befindest du dich auch in dieser Situation? Kommt dein Baby bald und du weißt nicht, wie das sein wird mit Job & Kind? Melde dich gern bei mir zu einem kostenlosen Kreativgespräch! Arbeiten mit Baby geht, es erfordert tatsächlich nur etwas Kreativität. Ok, und Geduld. Und ein bisschen Umdenken. Und eine gewisse Struktur. Dabei unterstütze ich dich gern!

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