So langsam zieht mich die Realität wieder in ihren Bann. Seit 10 Tagen bin ich wieder hier in Europa. In meinem Umfeld, in meiner Wohnung, in meiner Familie, in meinem Alltag. Und im Vergleich zu Mexiko fühl ich mich hier wie in einer Kanonenkugel unterwegs – rasend schnell von hier nach – ja, wohin eigentlich?

 Gebremst werde ich durch zwei Gespräche. Eins mit meinem guten Freund Christian, der mir in einer kurzen whatsapp schrieb, ich soll mir Zeit lassen mit dem Ankommen, weil unsere Seelen einfach langsamer unterwegs sind als die Reisemittel heutzutage – und dann sagt er noch, dass die Mentalität von dort wo ich grad herkomme eh viel besser für uns Menschen wäre. „Mañana“ und so. 

MAÑANA.

 

Es klingt schon so beruhigend. Morgen ist auch noch ein Tag.
Manche Dinge dürfen wirklich mañana sein, finde ich.

Und dann denk ich an meinen Lebensgefährten Adrián, der mir vor ein paar Tagen sagte, dass wir hier – in Europa, speziell in Vorarlberg – einfach auch unter großem Druck leben. Wie meint er das, frage ich ihn.

„Naja, in Mexiko interessiert es niemanden, ob du ein Auto hast oder was für eins. Niemand fragt, wie du lebst, ob du ein Haus hast und wieviel Zimmer es hat – ob du einen Pool hast und einen Gärtner. Es interessiert schlichtweg nicht. Hier ist das anders. Hier bist du jemand, wenn du was hast.“

Besitz und Status.

Das macht uns also aus. Darüber hab ich noch nie so nachgedacht. Weil ich so aufgewachsen bin. Erst jetzt, mit knapp 40 Jahren, habe ich erlebt, dass es auch völlig andere Lebensmodelle gibt, völlig andere Werte innerhalb einer Gesellschaft. Nein, ich kann mir nicht vorstellen so zu leben wie in Mexiko. Es gibt Dinge, die ich unwahrscheinlich gerne mag und die zu meinem Leben dazugehören, wie zum Beispiel eine beheizbare Wohnung und warmes Wasser zum Duschen. In vielerlei Hinsicht leben wir hier das perfekte Leben – ohne es zu wissen. Und andererseits machen wir uns Stress und Druck. Um besser zu sein als die anderen. Wir hetzen durch unseren perfekten Alltag mit Warmwasser, Autos, Häusern mit Heizungen. Schauen, dass wir mehr haben als andere. Und übersehen dabei so vieles.

 

Zum Beispiel, ob uns das glücklich macht.

Ob es das ist, was wir wirklich wollen. Oder das, was wir glauben zu wollen. Dann machst du irgendwann zum Millionsten Mal deinen Job und stellst ihn plötzlich in Frage. Streitest dich zum hundertsten Mal mit deinem Partner und erinnerst dich nicht mehr an den Moment, an dem du wusstest, dass er/ sie der Mensch fürs Leben ist – vielleicht weil es den Moment nie wirklich gab. Und das macht auch wieder Druck. Weil die Fassade aufrechthalten halt auch nur mit viel Energie funktioniert. Zeitlich begrenzt.

Gestern hab ich mich mit einer Kollegin und Freundin unterhalten. Drei Stunden lang. Über solche Dinge und über unsere Jobs und Beziehungen. Über das Leben. Über Menschen, die uns sagen, wir müssen uns spezialisieren, positionieren, uns für „eines“ entscheiden, keinen Bauchladen haben. Über Menschen, denen wir „zuviel“ sind. Zu vielseitig interessiert, zu vielseitig begabt, zu viele Gedanken im Kopf, zu viele Gefühle im Herzen … und ich habe festgestellt, dass es völlig egal ist, wieviele Dinge uns interessieren und wieviele Begabungen wir (aus)leben – denn es bleibt immer ein großes Thema oben drüber stehen, das alles verbindet:

 

EHRLICHKEIT & MUT.

Der Mut, ehrlich mit sich selbst zu sein und mit dem Rest der Welt. Sich selbst ehrlich zu leben und zu zeigen. Eine absolute Lebensaufgabe. Die bei weitem nicht nur im privaten Bereich ihren Platz hat. Privat bin ich seit Jahren auf dem Weg zu immer ehrlicheren Beziehungen. Beruflich? Hab ich gerade erst angefangen. Rauszugehen mit dem, was mich bewegt – worum es wirklich geht. Zu zeigen, wie ich arbeite und wieso so und nicht anders. Darauf zu vertrauen, dass die richtigen Menschen sehen und erkennen. Darauf zu vertrauen, dass ich mich nicht hinter „Text & Co.“ verstecken muss, um Aufträge zu bekommen. Darauf zu vertrauen, so vielfältig und reichhaltig sein zu dürfen, wie ich nunmal bin. Weil ich keine Lust mehr habe, auf Vergleiche. Auf besser, schneller, höher und weiter. Weil ich einfach sein will, wer ich bin. Denn besser gibt es mich nicht. Ich bin schon mehr als gut genug.

Ein Gesamtkunstwerk.

 

So wie du auch. Wie wir alle. Diesen Gedanken mag ich: Ich will nicht besser sein als andere. Ich will ich sein und mit anderen verbunden sein. Darum geht’s – im Leben, in der Liebe, im Job.

 

Der Rest ist doch bloß Fassade.

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