Was tust du, wenn du nicht mehr laufen kannst?

Und wenn du nicht mehr schreiben kannst?

Zwei Fragen, die ich mir nie wirklich gestellt habe. Aus Sturheit. Aus Naivität. Wer weiß. Wir denken doch irgendwie immer, alles geht so weiter wie bisher, bis wir merken, dass es nicht so ist. Dass es nie so ist. In Wahrheit ist die Veränderung doch wirklich das Einzige, das ständig passiert. Nichts bleibt, alles geht. Und obwohl ich ein Mensch bin, der Veränderungen liebt, der es gelernt hat, diese Wellen zu reiten, statt unterzugehen, obwohl ich also so ein Mensch bin, komme ich phasenweise mit dem Gedanken daran nicht klar.

 

Berufung leben. Wozu eigentlich?

Manchmal ist mir meine eigene Tätigkeit zu seicht. Manchmal denke ich mir: Wozu das alles?

 

Es fühlt sich alles so banal an. Irrelevant. Was bringt es, zu schreiben? Was bringt es, jemandem eine Webseite zu realisieren? Was hat es für einen Sinn, jemandes Geschichte zu erzählen? Wem nutzt es, wenn ich meine Geschichte[n] schreibe? Und sitze ich auf dem Höhepunkt dieser Trübseligkeiten, dann kann es geschehen, dass sich wieder was verändert. Das Leben. Du. Ich. Irgendwas. Gerne auch mal gravierender. Um mich zu schütteln. Aufzuwecken. Mich daran zu erinnern, dass das Leben endlich ist.

Und dass ich immer die Wahl habe, was ich mit dem Rest eigentlich noch anfangen will. Dann merke ich, dass es vielleicht doch einen Sinn hat, Geschichten aufzuschreiben. Deine und meine. Dass es jemandem nutzen kann, les- und spürbar zu werden. Weil letzten Endes wir selbst auch immer Veränderungen bewirken bei anderen Menschen. Wir sind alle miteinander verbunden. Über unsere Geschichten, durch unsere Erzählungen. Wenn keiner mehr was erzählt, wie sollen wir dann erfahren?
 
Vielleicht ist es also doch wichtig, Geschichten zu schreiben. Geschichten aufzuschreiben. Menschen zu helfen, ihre Geschichten zu schreiben und sie nach draußen zu bringen. Weil diese Geschichten anderen Menschen helfen. Weil Menschen Menschen helfen. Vielleicht ist es also deswegen wichtig.

Der Berufung kannst du nicht davonlaufen.

 

Die Sinnfrage habe ich für heute also wohl geklärt. Aber was, wenn … ich nicht mehr laufen/ rennen kann? Nie für möglich gehalten, hätte ich das, als eine Bekannte mir diese Frage gestellt hat. Genauso unmöglich wie der Gedanke, dass ich jemals eine Mutter sein könnte. Oder geschieden. Oder erfolgreich. Oder, oder, oder … Dinge ändern sich. Und manchmal kannst du nicht mehr laufen. Oder bekommst ein Baby. Oder die Scheidungspapiere. Oder einen Auftrag, der alles ändert. Oder die Chance, nachdem alles kaputtgegangen ist, wieder von vorne anzufangen. Wenn ich also nicht mehr laufen kann, dann mache ich etwas anderes. Vielleicht springe ich auf dem Trampolin. Oder ich tanze. Und eines Tages laufe ich auch vielleicht wieder.

 

Und wenn ich irgendwann nicht mehr schreiben kann?

Diese Frage habe ich mir in der letzten Woche tatsächlich gestellt. Es war nichts da, um es aufzuschreiben. Keine Gedanken. Nur Sorgen. Meine Kreativität war weg. Irgendwo zwischen Schockstarre und Stresslevel 12. Ich verbrachte jeden Tag im Krankenhaus bei meinem Lebensgefährten. Ich hatte keine Zeit mehr, mir wirklich über irgendwas Gedanken zu machen. Ich funktionierte einfach nur. Und das machte mir Angst. Denn zu schreiben gehört zu meiner Natur. Ich verarbeite alles auf diese Weise.

 

Was also, wenn ich nicht mehr schreiben kann?

Dann vertraue ich. Dass die Worte mich wieder finden. Wenn sie bereit sind, aufgeschrieben zu werden. Ich vertraue darauf, dass ich auch wenn ich nicht schreibe, ein Mensch bin, der schreibt. So wie ich immer eine Läuferin sein werde, selbst, wenn ich nicht laufe.

 

Existiert denn ein Zusammenhang zwischen dem Leben, Beruf & Berufung?

 

Manchmal frage ich mich schon, wie das alles zusammenhängt. Der Antwort komme ich langsam aber sicher auf die Spur, zumindest fühlt es sich so an. Letztlich hat alles wiederum mit „Verbundenheit“ zu tun. Aber die Ganzheitlichkeit – der Holismus des eigenen Schaffens & Tuns – ist ein Thema, das nach einem eigenen Raum verlangt. Und vielleicht finde ich dafür auch irgendwann die Worte – oder sie mich.
 

Wie wär's damit …?

30 Minuten für dein Projekt …

Kontaktier mich!

Lass uns miteinander chatten. Im wahrsten Sinne des Wortes via Facebook, whatsApp oder ganz klassisch: wir telefonieren! Dazu vereinbaren wir einen Termin, der für dich reserviert ist. Mach's einfach.

4 + 15 =

Pin It on Pinterest

Share This