Erst dachte ich, es wäre ein Scherz, als ich die Postings las, wie Menschen die zusätzliche Zeit, die ihnen jetzt zur Verfügung steht, nutzen könnten. Ich lese das also mit einem Stirnrunzeln und gleichzeitig hochgezogener linker Augenbraue, während ich denke:

Von welcher zusätzlichen Zeit reden die denn?

Als Mama einer 18 Monate alten Tochter lebe ich in einer anderen Zeitzone. Ach was, ich lebe in einer anderen Welt! Da ticken die Uhren anders – und mit Sicherheit nicht langsamer – und sie liefern mir schon gar keine zusätzliche Zeit. Weder wegen Corona noch wegen anderer Umstände. Ganz im Gegenteil. Ich lebe aktuell gefühlt in einem Zeitraffer-Video. Doch natürlich begann ich nach und nach zu begreifen, wovon diese ganzen Postings, Beiträge und Werbeanzeigen sprachen:

Aktuell gibt es viele Menschen, die unfreiwillig mehr Zeit zuhause verbringen als ihnen lieb ist.

Vielleicht ist es ihnen inzwischen sogar lieb geworden. Oder inzwischen vielleicht auch nicht mehr. Was ich in der Zwischenzeit (wir befinden uns in Physical-Distancing-Corona-Woche Nr. 3)  aber noch bemerkt habe:

Es gibt 2 Phasen, wie wir mit dieser neuen Situation umgehen.

Schock und Chance.

 

Phase I: Der Schock

Zuerst werden wir panisch, ängstlich, besorgt und stürzen uns dann abrupt in blinden Aktionismus: Schnell ein Angebot auf den Markt schleudern. Mal eben alles in der Online-Variante anbieten, den anderen noch schnell beibringen, wie sie selber alles auf online schienen können … puh, mir wird’s schwindlig.

Elopage, Digistore, Zoom, Loom & Co. müssen gerade boomen ohne Ende. Und zuhause sitzen lauter hochgestresste Neo-Online-UnternehmerInnen in ihren – bis dato wenig genutzten – Homeoffices. Und hoffen, dass ihre Strategie aufgeht.

Ich hoffe es auch für sie und wünsche ihnen ein bisschen mehr Ruhe, Vertrauen und Entspannung in dieser Situation. Ich kann an der Stelle nur sagen, der Einstieg in die Online-Welt ist schon so aufregend genug, auch ohne das Gefühl, es unbedingt tun zu müssen, weil eben Corona und so. Wenn sich Phase I dem Ende zuneigt, starten wir in:

Phase II: Die Chance

Wir sind zwar noch leicht nervös, weil plötzlich das gewohnte Geschäft, das aus 1:1-Kontakten bestand, wegbricht, aber dann dann beruhigen wir uns langsam. Wir lehnen uns zurück, inspizieren in Ruhe das Homeoffice, machen es uns gemütlich. Und fragen uns: 

„Womit kann ich hilfreich sein?

Siehst du was passiert? Der wirklich wichtige Switch passiert hier: Wir wechseln von uns zu den anderen. Wir fragen uns nicht: Wer kann mir jetzt helfen? Oder: Aaaaah, wie kann ich jetzt noch schnell Kohle machen? Nein, wir wechseln die Perspektive. Wir fragen uns stattdessen:

Was kann ich beisteuern in dieser Situation? Wie kann ich nützlich sein?

Und dann tun wir es. So wie eine Kundin von mir, die sich in dieser Situation befand. Sie ist Business-Coach und arbeitet im persönlichen Kontakt mit Menschen in Einzel-Coachings, aber vor allem auch in Seminaren und Workshops in großen Unternehmen. Sie begann mit dem Beginn der Krisenzeit damit, ihre Kunden anzurufen. Jeden einzelnen. Sie erkundigte sich, wie es ihnen geht. Wie sie mit der Corona-Krise zurecht kommen, wollte wissen, was sie jetzt tun.

Was sie dafür bekam? In Euros ausgedrückt: Null.

In Geschichten, Emotionen und Reichweite ausgedrückt? Viel!

Der Ticker läuft noch. Die Kunden erzählten ihre Geschichten und sie schrieb auf. Sie startete auf LinkedIn einen Montags-Post mit den grandiosen Stories ihrer Kunden. Einfach so. Ohne Kalkulation, ohne Erwartungshaltung. Einfach, weil sie etwas Sinnvolles tun wollte. Das Feedback ist großartig: Die Kunden rufen inzwischen von selbst an, um ihre Geschichten zu erzählen und prompt ist das erste Online-Coaching, das gar nicht geplant war, gebucht worden. Ohne Stress. Ohne Torschlusspanik. Einfach aus einem guten Gefühl heraus, kam ein neuer Kunde zu ihr.

Eine andere Kundin musste ihren Gasthof zusperren. Von heute auf morgen komplett ohne Arbeit – dafür mit Rechnungen, die zu bezahlen sind. Mit Mitarbeitern, die es zu versorgen galt und einem Kopf voller Ideen, die gerade geplatzt waren. Was tun? In puncto „sinnvolles Nichtarbeiten“ ist sie ebenfalls (m)eine Inspiration:

Sie startete einen Podcast. Von ihrer Sauna aus.

Mit ihren Gedanken und Geschichten. Sie inspiriert und lässt von sich hören. Der Gasthof ist zugesperrt, aber Kathis Mundwerk noch lange nicht (sie möge mir den Ausdruck verzeihen). Von der Idee zum Podcast, der auf iTunes, Spotify & Co. online ist, dauerte es exakt 10 Tage. Kathis Tipp:

„Die Geschwindigkeit, das Schnelle – das liebe ich. Erst langatmig ein Konzept erstellen und dann noch dies & das einplanen – da ist doch die ganze Idee schon wieder verpufft. Einfach loslegen, starten und schauen, was passiert!“  

Mit diesen zwei Beispielen möchte ich allen, die aktuell tatsächlich mehr Minuten am Tag zur Verfügung haben, ein paar Ideen mitgeben. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, ist es sinnvoller, den Sand aus dem Kopf zu schütteln. Nutz diese zusätzliche Zeit (wenn du sie hast, das gilt eher weniger für Mamas und alle anderen, die jetzt ganz besonders gebraucht werden):

Corona-Shutdown in deinem Business? Nimm dir „Pflegeurlaub“!

Wenn du aufgrund der Coronazeit nicht in deinem Business arbeiten kannst, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um an deinem Business zu arbeiten. Genau die Dinge, die sonst immer zu kurz kommen. Spontan fallen mir 5 Ideen dazu ein:

  1. Pflege dein eigenes Marketing.
  2. Pflege deine Kundenkontakte.
  3. Pflege deine Kreativität.
  4. Pflege deine Kommunikation.
  5. Pflege deine Weiterbildung.

Sinnvolles Nichtarbeiten bietet dir viele Möglichkeiten.

Manche davon münden direkt in einer neuen Art des Umsatzgenerierens. Andere wiederum leisten die Vorarbeit dafür. Wieder andere dienen deiner persönlichen Entwicklung oder der Vertiefung von Beziehungen. Egal, wie du deinen „Pflegeurlaub“ nutzt – er ist niemals vertane Zeit. Er ist Vorbereitung. Er ist aktives Marketing. Er ist Lernen und Kreieren. Er ist aktive

Schaffenszeit.

Vielleicht hast du ebenfalls Gedanken, mit denen du rausgehen möchtest. Dann nutz gerne die Möglichkeit auf meiner neuen kostenlosen Plattform „Die BloggerIn“, dort deinen 1. Blogartikel zu veröffentlichen.

Das ist meine Antwort auf die Frage:

Wie kann ich hilfreich sein?

Nutz deinen „Pflegeurlaub“.Verstecken gilt nicht.

Wie wär's damit …?

30 Minuten für dein Projekt …

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